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ZX-12R-Tuning hat einen Namen: Michael Geiger. Ob Open-Xreme-Renner oder Superbike-Umbau: Geiger, 2003 selbst auf ZX-12R Open-Xtreme-Meister, prüft seine Kreationen nicht nur am liebsten eigenhändig auf dem Rundkurs, sondern tüftelt auch immer neue Variationen des Themas aus. Das jüngste Ergebnis: Die streetfightermäßig angehauchte SP 12-F. “ Bei Ihr lag das Augenmerk nicht auf Racing, sondern auf Handling. Sie sollte geil aussehen und Drehmoment haben”, umreißt der Wörther die Vorgaben an seine 12er.

Nun, das mit dem Drehmoment hat geklappt. Mit wuchtigen 132 Nm ist sie der Drehmoment-Protz im Feld. Entsprechend ungestüm stampft das Monster aus dem mittleren Drehmomentbereich vorwärts.
Dabei blieb die Motormechanik serienmäßig. Lediglich dank gezielter Eingriffe in die Motorabstimmung per Power Commander und einer Micron Hydratech Auspuffanlage legte die 12er ein paar Muckis und gute Manieren zu. Die Gasannahme aus den engen Ecken heraus ist untadelig.

Der knurrige Sound aus dem EG-Schalldämpfer - Straßenzulassung ist Ehrensache - ein Ohrenschmaus. Dazu genießt man den Blick auf die liebevoll gestalteten Zifferblätter und lässt die 12er mächtig fliegen. Zwar bietet die knapp geschnittene Streetfighter-Maske bei der Highspeed-Bolzerei keinen üppigen Windschutz.
Für genussvolles Landstraßenbrennen reicht es allemal, und genau hier liegt ja der Einsatzzweck. Die breit angestellten BKG-Stummellenker angepackt, und ab geht´s.

So witscht der Donnerbolzen erstaunlich leichtfüßig ums Eck. Das Geheimnis: BST-Carbon-Räder - natürlich mit TÜV - verringern die rotierenden Massen um 5,5 Kilogramm.
Was sich zusammen mit den BKG-Gabelbrücken, die mit geändertem Versatz den Nachlauf um 1,2 Millimeter reduzieren, und dem um 20 kg abgespeckten Gewicht in puncto Handling wie eine Frischzellenkur auswirkt.

Damit auch das Fahrwerk beim gestreckten Galopp nicht ins Straucheln gerät, bestückte Geiger das Heck mit einem Competition-Federbein von Wilbers und übertrug einer Marzocchi-gabel mit strammen 50 Millimetern Gleitrohr- durchmesser die Führung des Vorderrades.


Derart gedopt bleibt die Kawa auch bei schnell durchrissenen Schikanen stabil und zirkelt auf beeindruckend engen Linien um Highspeed-Kurven.

Lediglich das harte Beschleunigen durch die Hockenheimer Parabolika brachte etwas Unruhe ins Gestühl, was aber mit etwas Feintuning an den Dämpferelementen in den Griff zu bekommen sein sollte.
In freier Wildbahn wird dieses Manko wohl kaum ins Gewicht fallen. Auch dort dürfte man sich über die traumhaft feinfühlige Gabel und gewaltig zupackenden Stopper freuen.  abi